Welchen Ouput sollte Ihr Watermaker liefern?

Watermaker sind in verschiedenen Leistungsstufen erhältlich und es stellt sich unweigerlich die Frage, welche Größe die richtige für den eigenen Bedarf ist.

Hierbei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, die betrachtet und abgewogen werden sollten.

  • Der Wassserbedarf
  • Die Energieversorgung
  • Laufzeit & Geräuschemission

Im folgenden wird auf die einzelnen Punkte eingegangen und anhand zweier Beispiele das Ganze durchgespielt.

Der Wasserbedarf

So unterschiedlich die Boote so unterschiedlich sind auch deren Nutzer. Dies spiegelt sich auch im Wasserverbrauch wieder, welcher von Crew zu Crew extrem unterschiedlich ausfällt.

Den eigenen Verbrauch ermittelt man am einfachsten indem man die vorhandene Tankkapazität durch die Anzahl der Tage teilt, die typischerweise verstreichen, bis die Tanks leer sind.

Alternativ kann das Nutzungsverhalten notiert und so der Verbrauch geschätzt werden. Dies speieln wir anhand zweier Beispiele theoretisch durch.

Anhaltspunkte für den Verbrauch pro Person:

  • Trinkwasser 3 l
  • Körperhygiene 2 - 20 l
  • Wäsche: 7 l (Annahme 1 Waschladung pro Person und Woche)
  • Geschirrspülen: 0,5 -5 l

Offensichtlich ist der Größte Einfluss der Komfort - Ist eine Waschmaschine an Board und wieviel wird mit Frischwasser geduscht?

So kann ein Verbrauch bei lediglich 5 L / Personen und & Tag ebenso realistisch sein, wie 40 L / Person & Tag.

Bei all den Überlegungen sollte man eines berücksichtigen: Es ist sicher leicht sich für die Wochen einer Ozeanüberquerung im Wasserverbrauch auf ein Minimum zu beschränken. Ob man dies jedoch dauerhaft auch für die Zeiten vor Anker so umsetzen möchte ist eine andere Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Mit dem Komfort eines Wassermachers wird Wasser ein weniger knappes gut an Bord und entsprechend wird bei vielen Crews ein Anstieg des Wasserverbrauchs zu verzeichnen sein. Kalkulieren Sie also besser eine gewisse Sicherheitsmarge mit ein.

Wir wählen für die weitere Betrachung zwei Beispiele:

Eine sparsame Zweiercrew mit 15 l Verbrauch pro Tag

Eine weniger sparsame Crew, die ggf ein, zwei Gäste mit an Board hat - 100 l Verbrauch pro Tag

Die Energieversorgung

Wieviel Energie zur Verfügung steht entscheidet neben der Effizienz des Watermaker über die produzierbare Menge an Wasser. Ein anderer Aspekt ist die Frage, wie die Energie erzeugt und gespeichert wird und ob sich daraus ggf Einschränkungen auf die Laufzeit des Watermaker ergeben.

Grundsätzlich kann gesagt werden ,dass ein Watermaker mit Energierückgewinnung in der Größenordnung 4-4,5 Wh/ Liter an Energie bezogen auf die Menge erzeugtem Wasser verbraucht. Bei einem konventionellen Watermaker liegt dieser Verbrauch in der Größenordnung von 6,5 - 12 Wh / Liter abhängig von der Konfiguration (Membrane) und Wassertemperaturen - wir gehen im folgenden von 8 Wh/l aus.

Nicht berücksichtigt bei der Effizienz ist die Menge an Frischwasser, die nach Beendigung des Betriebs wieder zur Spülung der Anlage genutzt wird. Wird der Watermaker nicht täglich genutzt, aber dafür mehr Wasser mit jedem Lauf produziert fällt diese immer weniger ins Gewicht.

Greifen wir unsere Beispiele auf:

  • Die sparsame zwei Personen Crew kommt hier also bei 15 L / Tag auf 60- 120 Wh/ Tag je nach Art des Watermaker.
    • Dies entspricht 5 - 10 Ah / Tag bei 12 V an Energieverbrauch für den Wasserbedarf.
  • Die etwas weniger sparsame Crew kommt bei 100 L / Tag auf 400-800 Wh / Tag Energieverbrauch
    • Also 33 bzw 66 Ah / Tag bei 12 V

Zum Vergleich: Das Kühlfach an Bord einer üblichen 40ft Yacht verbraucht typischerweise ca 50-60 Ah pro Tag bei 12V.

Fazit: Energie sparen lässt sich am effektivsten über den Wasserverbrauch. Den Bedarf eienr sparsamen Crew kann man selbst ohen Energierückgewinnung mit einem zu vernachlässigendem Stromverbrauch decken. Eine Energierückgewinnung bringt einen nicht zu vernachlässigenden Effekt, aber auch mit einem konventionellen Watermaker kann ein komfortabler Wasserbedarf problemlos von den meisten Booten gedeckt werden.

Laufzeit und Geräuschpegel

Neben dem reinen Wasserverbrauch und Energiebedarf ist ein weiterer Aspekt bei der Dimensionierung des Watermaker die Laufzeit und der Geräuschpegel während des Betriebs.

Hat man beispielsweise eine kleine Batteriebank und Solarüberschuss, der genutzt werden möchte bietet sich eine kleine, sparsame Einheit an, die regelmäßig über längere Zeiträume läuft um den Überschuss zu nutzen ohne groß die Batterie zu belasten.

In so einem Fall empfiehlt sich also eine kleine Energiesparende Einheit, wie der Aqua-Nautica AN-25.

Steht eine große Lithium-Batteriebank, oder gar ein Generator zur Verfügung, der ohnehin regelmäßig läuft so fällt die Überlegung ganz anders aus.

Mit einem Generator an Bord möchte man meist möglichst viel Wasser während dessen Laufzeit produzieren um dessen Leistung sinnvoll zu nutzen. Hier bietet sich ein konventioneller, modularer Watermaker an.

Mit einer großen Batteriebank besteht zwar kein "Zeitdruck", jedoch kann durchaus eine höhere Leistung abgerufen werden und so eine kurze Laufzeit des Watermaker den Wasserbedarf decken ohne das Leben an Bord zu sehr mit dem Geräusch des Watermaker zu beeinflussen.

Auch hier wieder die obigen Beispiele:

Die Sparsame Crew hat eine Kleine Batteriebank und etwas Solarüberschuss. Der Watermaker läuft jeden dritten Tag um dann 45 L Wasserbedarf zu decken. Um die Anlage spülen zu können müssen nochmals 5-10L extra produziert werden.

Die weniger sparsame Crew mit 100 l / Tag möchte alle 5 Tage deren Tanks füllen. Eine Einheit die 180 l/ Stunde produziert und ebenfalls ca 10 L Wasser zur Spülung benötigt wird hierfür knapp 3 Stunden laufen müssen.

In den obigen Beispielen kann zeigt der Blick auf die Betriebsdauern, dass die Einzelheiten für die jeweiligen Bedarfe sehr gut passen. Die Geräuschbelästigung ist auf wenige Stunden alle paar Tage begrenzt und die jährlich gesammelten Betriebsstunden lassen die Einheiten nur müde lächeln - Beste Voraussetzung für einen langen sorgenfreien Betrieb.